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E-Bike-Touren rund um Nürnberg — vier Richtungen, die sich lohnen

Kurzantwort

Welche E-Bike-Touren lohnen sich rund um Nürnberg?

Von Nürnberg aus führen vier gut ausgebaute Richtungen ins Grüne: das Pegnitztal nach Osten Richtung Lauf und Hersbruck, der Main-Donau-Kanal nach Süden auf alten Treidelwegen, der RegnitzRadweg nach Norden über Fürth und Erlangen sowie der Fünf-Flüsse-Radweg als große Runde. Alle vier sind flach bis wellig und familientauglich.

Warum Nürnberg ein gutes Pflaster fürs E-Bike ist

Nürnberg liegt an einem Knotenpunkt gleich mehrerer Radfernwege. Der Fünf-Flüsse-Radweg, der auf rund 300 Kilometern Donau, Altmühl, Pegnitz, Vils und Naab verbindet, führt mitten durch die Stadt. Von hier aus kommst du in jede Himmelsrichtung ohne größere Steigung ins Grüne.

Für ein Pedelec ist das ideal: flache bis wellige Strecken bedeuten wenig Verbrauch und große Reichweite. Selbst mit einem 500-Wh-Akku sind Tagestouren von sechzig bis achtzig Kilometern realistisch, solange du nicht dauerhaft in der stärksten Stufe fährst. Erst östlich der Stadt, in Richtung Hersbrucker Alb und Fränkische Schweiz, wird es ernsthaft hügelig — und genau dort zeigt sich, ob dein Motor genug Drehmoment hat.

Nach Osten: das Pegnitztal

Die naheliegendste Tour beginnt praktisch vor der Haustür. Von uns am Nordring sind es ein paar Minuten bis zum Wöhrder See; von dort folgst du der Pegnitz flussaufwärts. Der Weg führt durch Auwiesen, an Wehren und alten Mühlen entlang und erreicht nach etwa zwanzig Kilometern Lauf an der Pegnitz mit seiner Wenzelburg auf der Flussinsel.

Wer weiterfährt, kommt nach Hersbruck und von dort in den Naturpark Fränkische Schweiz – Veldensteiner Forst. Nördlich schließt der eigentliche Pegnitztal-Radweg an, der auf rund 30 Kilometern zwischen Hohenstadt und Neuhaus an der Pegnitz durch die Flussauen führt und dort auf den Pegnitzradweg Richtung Bayreuth trifft. Die Kilometerangaben schwanken je nach Quelle zwischen 26 und 32 — plan lieber mit der oberen Zahl.

Für den Rückweg gibt es einen entscheidenden Vorteil: Die S-Bahn-Linie S1 fährt das Tal entlang. Wenn Kraft, Akku oder Lust ausgehen, steigst du in Lauf oder Hersbruck ein und rollst zurück. Das macht die Strecke auch für Familien entspannt planbar.

Nach Süden: der Main-Donau-Kanal

Der Main-Donau-Kanal ist die verlässlichste Schlechtwetter- und Anfängerstrecke der Region. Der Radweg folgt weitgehend den historischen Treidelpfaden, auf denen früher Pferde die Schiffe zogen — entsprechend gleichmäßig und steigungsarm verläuft er. Von Nürnberg bis Kelheim an der Donau sind es rund hundert Kilometer.

Als Tagestour eignet sich der Abschnitt bis Feucht und weiter in Richtung Burgthann und Berg besonders gut. Du bist die ganze Zeit abseits des Autoverkehrs, kommst an mehreren Schleusen vorbei und findest unterwegs regelmäßig Einkehrmöglichkeiten. Interessant ist auch der parallel verlaufende alte Ludwig-Donau-Main-Kanal mit seinen historischen Schleusenwärterhäusern.

Ein Hinweis aus der Praxis: Am Kanal gibt es keinen Windschutz. Bei kräftigem Gegenwind steigt der Verbrauch spürbar — plan auf dieser Strecke lieber etwas Akkureserve ein, als dich auf die Prospektreichweite zu verlassen.

Nach Norden: der RegnitzRadweg

Nach Norden verbindet der RegnitzRadweg Nürnberg über Fürth und Erlangen mit Forchheim und Bamberg. Es gibt zwei Varianten: die Talroute mit rund 85 Kilometern, die durch Dörfer und Kleinstädte mit fränkischem Fachwerk führt, und die Kanalroute mit etwa 75 Kilometern, die sich am Main-Donau-Kanal und an der Regnitz orientiert. Beide sind ausgesprochen steigungsarm.

Für den Halbtagesausflug bietet sich der Abschnitt bis Erlangen an — rund 27 Kilometer je Richtung, gut ausgebaut, mit dem Schlossgarten als Ziel. Wer die ganze Strecke bis Bamberg fährt, kombiniert sie sinnvoll mit der Rückfahrt per S-Bahn-Linie S1. Beide Varianten lassen sich außerdem zu einer Rundtour verbinden.

Praktisch: Auf dieser Achse liegen mit Fürth und Erlangen zwei Städte, die selbst ein Ziel sind. Fürths Altstadt und Erlangens Innenstadt sind gute Etappenstopps, wenn man mit Kindern unterwegs ist und alle zwanzig Kilometer eine Pause braucht.

Die große Runde: der Fünf-Flüsse-Radweg

Der Fünf-Flüsse-Radweg ist die Königsstrecke der Region: ein Rundkurs von rund 300 Kilometern — der Betreiber gibt 294 Kilometer ohne Abstecher an —, üblicherweise in fünf Etappen gefahren. Er verbindet Donau, Altmühl, Pegnitz, Vils und Naab. Ab Nürnberg führt er durchs Pegnitztal über Lauf und Hersbruck, weiter über Sulzbach-Rosenberg nach Amberg, an der Vils entlang nach Schmidmühlen und Kallmünz, an der Naab nach Regensburg, von dort donauaufwärts nach Kelheim und durchs Altmühltal über Riedenburg, Dietfurt und Beilngries. Ab dort führt der alte Ludwig-Donau-Main-Kanal über Berching und Neumarkt in der Oberpfalz zurück nach Nürnberg.

Mit dem Pedelec lässt er sich gut in drei bis fünf Tagen fahren. Der begrenzende Faktor ist selten die Kondition, sondern die Lademöglichkeit unterwegs — deshalb lohnt sich vorab ein Blick darauf, ob die Übernachtungsbetriebe eine Steckdose für den Akku anbieten. Ein zweiter Akku macht die Planung deutlich entspannter.

Wer nur einen Abschnitt fahren will: Der Teil durchs Altmühltal ist landschaftlich der spektakulärste. Der Altmühltal-Radweg selbst führt auf 166 Kilometern von Gunzenhausen nach Kelheim und gilt als besonders flach, weil die Altmühl zu den langsamsten Flüssen Deutschlands zählt.

Die Strecken im Überblick

Die Kilometerangaben beziehen sich auf die jeweilige Gesamtstrecke beziehungsweise auf den genannten Abschnitt ab Nürnberg. Für die Rückfahrt lässt sich fast überall die Bahn nutzen.

Strecke Länge Profil Gut für
Nürnberg – Lauf an der Pegnitz ca. 20 km je Richtung flach, Auwiesen Feierabendrunde, Familien
Nürnberg – Hersbruck ca. 30 km je Richtung leicht wellig Tagestour mit Rückfahrt per S1
Pegnitztal-Radweg (Hohenstadt – Neuhaus) rund 30 km flach im Tal Naturpark, Bahnanschluss
Main-Donau-Kanal Nürnberg – Kelheim ca. 100 km sehr flach, Treidelweg mehrtägig, windanfällig
RegnitzRadweg Talroute ca. 85 km steigungsarm Nürnberg – Erlangen – Bamberg
RegnitzRadweg Kanalroute ca. 75 km steigungsarm Alternative zur Talroute
Altmühltal-Radweg ca. 166 km sehr flach mehrtägig, landschaftlich stark
Fünf-Flüsse-Radweg 294 km laut Betreiber flach bis wellig Rundtour in 3 bis 5 Etappen

Was du für die Tagestour dabeihaben solltest

Für Touren über dreißig Kilometer lohnt sich eine kleine Vorbereitung, die im Alltag nicht nötig ist. Am häufigsten scheitern Ausflüge nicht am Akku, sondern an einem Plattfuß ohne Flickzeug.

  • Passendes Flickzeug oder Ersatzschlauch und eine Pumpe, die zu deinen Ventilen passt
  • Ladegerät, wenn die Tour über die halbe Akkureichweite hinausgeht
  • Schloss — auch für die Mittagspause am Biergarten
  • Regenjacke; im Pegnitztal und am Kanal gibt es wenig Unterstand
  • Getrennte Route im Kopf: Wo liegt der nächste Bahnhof, falls etwas ist?
  • Bei Hitze mehr Wasser als gedacht, besonders auf der schattenlosen Kanalstrecke

Häufige Fragen

Welche Tour eignet sich für den ersten Ausflug mit dem E-Bike?

Die Strecke entlang der Pegnitz Richtung Lauf. Sie beginnt praktisch im Stadtgebiet, ist flach, gut ausgebaut und lässt sich jederzeit abkürzen, weil die S-Bahn-Linie S1 parallel fährt. Rund zwanzig Kilometer je Richtung sind auch mit kleinem Akku problemlos zu schaffen.

Kann ich mein E-Bike in der S-Bahn mitnehmen?

Fahrradmitnahme ist in den S-Bahnen der Region grundsätzlich möglich, unterliegt aber Zeitbeschränkungen und braucht in der Regel ein eigenes Ticket. Da sich Regelungen ändern, prüf die aktuellen Bedingungen beim Verkehrsverbund, bevor du dich darauf verlässt — besonders zur Hauptverkehrszeit und an vollen Sommerwochenenden.

Reicht ein 500-Wh-Akku für eine Tagestour?

Auf den flachen Strecken am Kanal oder an der Regnitz reichen 500 Wh in der mittleren Stufe für etwa 33 Kilometer, in der sparsamen für rund 50. Für eine Tagestour mit Rückweg plane entweder eine sparsame Fahrweise, eine Ladepause oder die Rückfahrt mit der Bahn ein.

Wo wird es rund um Nürnberg richtig hügelig?

Östlich der Stadt. Hinter Lauf und Hersbruck beginnt die Hersbrucker Alb, weiter nördlich die Fränkische Schweiz mit ihren Anstiegen aus den Tälern heraus. Wer dort regelmäßig fährt, ist mit einem kräftigen Mittelmotor und ausreichend Akkukapazität deutlich besser bedient als mit einem Stadtrad.

Gibt es unterwegs Lademöglichkeiten?

Entlang der Hauptrouten bieten viele Gasthäuser und einzelne Kommunen Ladepunkte an, eine flächendeckende Versorgung gibt es aber nicht. Verlass dich nicht darauf. Nimm auf längeren Touren das Ladegerät mit — eine normale Steckdose im Biergarten ist meist die zuverlässigere Lösung als jede Ladesäule.